Wirbelsäulenchirurgie - Klinik für Unfallchirurgie, Orthopädie und Plastische Chirurgie

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Klinik für Unfallchirurgie, Orthopädie und
Plastische Chirurgie

Wirbelsäulenchirurgie

In der Wirbelsäulenchirurgie der Klinik für Unfallchirurgie, Orthopädie und plastische Chirurgie behandelt unser hoch spezialisiertes Team sämtliche angeborenen, durch Verschleiß oder Unfälle bedingten Erkrankungen und Verletzungen.

Wir operieren sowohl konventionell als auch minimalinvasiv auf höchstem Niveau und mit modernsten Methoden. Neben dem unerlässlichen OP-Mikroskop nutzen wir bei Bedarf auch eine moderne 3D-Navigation und überwachen die Nervenfunktion in speziellen Fällen intraoperativ (Neuromonitoring). So können wir die höchstmögliche Sicherheit während der Operation gewährleisten.

Die Wirbelsäule ist das zentral im Körper gelegene knöcherne Zentrum des Menschen. Im Zusammenspiel mit den Bandscheiben und den dazugehörigen Bändern spielt es eine entscheidende Rolle für die Stabilität und Statik des Skeletts sowie für das Rückenmark und die daraus hervorgehenden Nerven. Fast jeder Mensch hat im Laufe seines Lebens Rückenschmerzen. Die Ursachen sind vielfältig, im Folgenden gehen wir näher darauf ein. 

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Degeneration

Unter der Degeneration der Wirbelsäule werden alle alters- und verschleißbedingten Veränderungen der  Wirbelsäule zusammengefasst. Dies können Bandscheibenvorfälle (Nucleus pulposus prolaps), Verengungen des Spinalkanals (Spinalkanalstenosen) oder auch verschleißbedingte Verbiegungen (de novo Skoliosen) der Wirbelsäule sein. Nur in wenigen Fällen ist eine Operation ratsam. In vielen Fällen können wir Ihre Beschwerden schon mit einer adäquaten konservativen Therapie lindern, z. B. mit einer unter Röntgenkontrolle gezielt verabreichten Injektion (PRT, periradikuläre Therapie).

Ist eine Operation notwendig, wenden wir alle modernen Verfahren an – von minimalinvasiven mikrochirurgischen Dekompressionen über minimalinvasive Stabilisationen und künstlichen Bandscheibenersatz (Bandscheibenprothese) bis hin zu großen Korrekturoperationen. 

Im Bild zeigt sich ein schmerzverursachender Bandscheibenvorfall L4/5 links:

Bandscheibenvorfall L4/5 links

Verletzungen

In unserer Klinik behandeln wir Verletzungen sämtlicher Schweregrade der Hals-, Brust- und Lendenwirbelsäule sowohl mit konservativen als auch mit operativen Methoden. Ob eine Operation ratsam ist, hängt von der Schwere der Verletzung und den Begleitumständen ab. Deshalb legen wir die Therapie gemeinsam mit Ihnen fest.

Ist eine Operation notwendig, können wir je nach Fall alle dorsalen und ventralen Operationsverfahren anwenden. Unser Ziel ist dabei immer, die verletzten Wirbelsäulenabschnitte optimal zu rekonstruieren und die neurologischen Funktionen zu erhalten.

Da Wirbelkörperbrüche beim älteren Menschen häufig auch ohne Unfall auftreten können (pathologische Frakturen), liegt unser klinischer Fokus neben der optimalen chirurgischen Therapie auf der Behandlung der zugrunde liegenden Osteoporose, um weiteren Knochenbrüchen vorzubeugen.

Auch Patienten mit Folgebeschwerden nach Verletzungen der Wirbelsäule sind bei uns an der richtigen Stelle. Hierzu zählen beispielsweise Pseudarthrosen und posttraumatische Fehlstellungen. Das Bild zeigt eine Luxationsfraktur L3/4 vor und nach operativer Versorgung:

Luxationsfraktur L3/4 vor und nach operativer Versorgung

Revisionschirurgie

Nicht immer wird durch die gewählte Therapie ein zufriedenstellendes Ergebnis für den Patienten erzielt. Wie bei der Behandlung sämtlicher anderer Frakturen kann es auch an der Wirbelsäule zu Pseudarthrosen (Nicht-Vereinigung der Fraktur), Implantatversagen und Fehlstellungen kommen. Unser Ärzteteam ist langjährig erfahren in der Behandlung dieser Folgezustände. Das folgende Röntgenbild zeigt links das präoperative CT einer durch eine Entzündung verursachten Anschlussinstabilität, rechts das postoperative Röntgenbild nach Infektsanierung und erneuter Stabilisation:

Anschlussinstabilität durch Entzuendung

Fehlstatik und Gefügestörungen

Verbiegungen der Wirbelsäule (Skoliosen) können ebenso wie ein Wirbelgleiten (Spondylolisthesen) sowohl angeboren sein als auch durch Verschleiß im höheren Lebensalter entstehen. Auch hier sind eine sorgsame und gründliche Anamnese, Untersuchung und Diagnostik in einem Team verschiedener Fachrichtungen wichtig. Erst dann können wir Ihnen Empfehlungen für eine konservative oder eine operative Therapie geben.  

Das folgende Bild zeigt ein 1° Wirbelgleiten im MRT welches auf der stehenden Röntgenaufnahme sichtbar zunimmt:

Wirbelgleiten im MRT

Entzündungen

Entzündungen der Bandscheiben (Spondylodiszitis) und der Wirbelkörper (Spondylitis) sind sehr seltene, jedoch häufig sehr schwer verlaufende Erkrankungen. Verursacht werden sie durch Bakterien oder Pilze. Betroffen sind häufig abwehrgeschwächte (immunkompromittierte) Patienten, die einen Diabetes mellitus oder eine vorangegangene Krebserkrankung haben. Bei dieser Patientengruppe ist neben der differenzierten Indikationsstellung zur operativen oder konservativen Therapie auch die Zusammenarbeit mit den anderen Fachdisziplinen am UMG unerlässlich. So gibt es zum Beispiel zur Festlegung der antibiotischen Therapie jede Woche eine gemeinsame Konferenz mit den Kollegen der Mikrobiologie, damit wir neben der besten chirurgischen Therapie auch die optimale medikamentöse Therapie für Sie festlegen können.

Die folgenden 3 Bilder zeigen eine Bandscheibenentzündung bei dem gleichen Patienten im Rönten, CT und MRT.

Bandscheibenentzündung im Roenten, CT und MRT

Tumorerkrankungen

Primäre Tumorerkrankungen der Wirbelsäule sind sehr selten. Relativ häufig kommt es dagegen zu bösartigen Absiedlungen (Metastasen) anderer Tumorerkrankungen in diesem Bereich. Diese führen nicht nur zu starken Schmerzen sondern auch zu einer Instabilität. In einigen Fällen kommt es durch den Druck auf das Rückenmark oder abgehende Nerven zu neurologischen Ausfällen. Damit wir unseren Patienten eine optimale Therapie bieten können, haben wir die Möglichkeit, unsere Fälle in Tumorboards der UMG mit allen an der Behandlung beteiligten Kollegen individuell zu besprechen.

Die MRT-Aufnahmen des folgenden Patienten zeigen einen, dass Rückenmark bedrängend wachsenden Tumor an der Halswirbelsäule und die Situation nach erfolgreicher Stabilisation und Dekompression.

Tumor Halswirbelsäule